Offizielle Verabschiedung von Stadtbrandrat a.D. Ralph Herrmann

29. April 2026 – Ein wahrlich besonderer Tag in der Geschichte der Feuerwehr Bayreuth: Ralph Herrmann schied nach sage und schreibe 18 Jahren aus dem Amt des bestellten Stadtbrandrats der Stadt Bayreuth aus.

Eine Ära ging zu Ende. Zuvor hatte er sich bei der turnusmäßigen Wahl des Kommandanten im Rahmen einer Dienstversammlung nicht mehr zur Wiederwahl gestellt – aus verschiedenen aber vor allem persönlichen Gründen.

Am vergangenen Montag, den 10. August, wurde Herrmann im Rathaus standesgemäß aus seinem ehemaligen Amt verabschiedet. Und zwar so, wie es einer der prägendsten Figuren in der Geschichte der Feuerwehr Bayreuth würdig ist, nämlich im Rahmen einer Feierstunde und im Beisein des Oberbürgermeisters, Vertretern der Stadtratsfraktionen, der Feuerwehrführung, seiner Abteilungsführer und seiner Frau Angela.

Schon mit seinen ersten Sätzen traf OB Andreas Zippel das Credo des Anlasses perfekt: Es ist ein Abschied mit einem weinenden aber auch mit einem lachenden Auge. Nach 18 Jahren des unermüdlichen Einsatzes und der immerwährenden Verantwortung für die Feuerwehr, die Kameradinnen und letztendlich auch die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, ist so manches zu kurz gekommen. So kann die neugewonnene Zeit nun endlich in adäquatem Umfang für die Familie oder für Hobbys genutzt werden.

OB Zippel stellte richtigerweise fest, dass in 18 Jahren „unglaublich viel passiert“ ist und damit eine Zusammenfassung schwierig, ja geradezu unmöglich sei. Letztendlich nannte er die Großeinsätze beim Brand der Rosenau und der Werkstatt für Behinderte Menschen, bei denen er selbst den Einsatz der Feuerwehr miterlebt und den koordinatorischen Aufwand bewundert hatte. Der Posten des SBR sei „nichts für seichte Gemüter“ summierte er anerkennend. All das ging nicht ohne die Arbeit im Team, mit den Ehrenamtlichen, deren Wille und Motivation gelenkt aber auch unterstützt und weiterentwickelt werden muss. Doch was hilft der motivierte Helfer ohne adäquates Gerät? Die stetige Modernisierung der Ausrüstung lag Herrmann sehr am Herzen, was leider „nicht immer ohne Nachdruck“ bei den entsprechenden Stellen im Rathaus möglich war, wie OB Zippel mit einem Augenzwinkern zugeben musste. Darunter zählten auch die baulichen Maßnahmen, wie der Neubau des Gerätehauses Süd inklusive der Zusammenlegung der drei Einheiten Thiergarten, Oberkonnersreuth und Wolfsbach. Ein Vorgang, der sehr viel Fingerspitzengefühl für die menschlichen Befindlichkeiten der Beteiligten bedeutete, so OB Zippel.

Mit „tiefster Bewunderung“ drückte OB Zippel abschließend seinen herzlichen Dank für das Geleistete zum Wohl der Feuerwehr Bayreuth und damit der Bürgerinnen und Bürger aus. Als kleine Aufmerksamkeit überreichte er von Seiten der Stadt ein Präsent, welches er explizit gerne gemeinsam mit seiner Frau Angela genießen dürfe. Auch ihren Beitrag ließ OB Zippel nicht unerwähnt, stärkte sie ihrem Mann doch über all die Jahre stets den Rücken.

Danach übernahm Lucas Lauerbach, der es sich als Nachfolger Herrmanns im Amt des Stadtbrandrats nicht nehmen ließ, Herrmanns über 40-jährigen Werdegang in der Feuerwehr sowie die Weitsicht und Bedeutung seiner Leistungen herauszustellen. Hatte er doch über 18 Jahre „mit Herzblut und Ausdauer wie kein anderer“ die Feuerwehr stetig weiterentwickelt und auf einen herausragenden Stand gebracht.

Herrmann trat 1984 in die Jugendfeuerwehr Bayreuth ein und mit der Volljährigkeit in den Einsatzdienst der Abteilung St. Johannis über, wo er 2003 den Posten des Abteilungsführers übernahm.1991 begann er seine berufliche Tätigkeit in der Abteilung Ständige Wache. Am 10. April 2008 wurde er zum Stadtbrandrat gewählt. Die Liste der geleisteten Aus- und Fortbildungen sprengt jeglichen Versuch der Aufzählung.

Lauterbach beschrieb Hermann als Gestalter, als Macher, der stets voran ging – strategisch wie operativ. Dabei habe er „Feuerwehr nie vom Schreibtisch aus gedacht“, sondern stets die praktische Seite im Sinn gehabt. Besonders beeindruckt und nachhaltig geprägt haben Lauterbach seine Führungsqualitäten: Ruhe bewahren, Überblick verschaffen, Entscheiden – und im Zweifel selbst mit Anpacken. Gemeinsam Arbeiten – im Miteinander – das war und ist das größte Ziel. Zu keiner Zeit ging es um irgendeine Art von Selbstdarstellung oder die Sicherung eigener Vorteile.

Ferner lobte Lauterbach den strategischen Blick für das große Ganze. Noch zu seiner Zeit als Abteilungsführer in St. Johannis habe er die Zusammenlegung zum Löschzug Ost erlebt und aktiv mitgestaltet. Die Entscheidungen und Erfahrungen von damals konnte er bei der Zusammenlegung des Löschzug Süd gut einbringen. Ein Prozess, der einen langen Atem und Entschlossenheit verlangte. Eben jene Pläne werden auch in Lauterbachs Amtszeit weiterverfolgt werden, versicherte er, weil sie zukunftsorientiert und alternativlos seien.

Aus Herrmanns Amtszeit stellte Lauterbach weiterhin die Einführung der Integrierten Leitstelle heraus, in deren Rahmen er maßgeblich an der „sehr gut durchdachten“ Alarmierungsplanung beteiligt war, die größtenteils bis heute noch wirksam ist. Auch im Bereich Personalführung hatte er voran gedacht und die Einführung von zwei Stadtbrandmeistern für das Stadtgebiet angestoßen. Eine Maßnahme von vielen, die im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplans 2019 von externer Seite in ihrer Notwendigkeit bestätigt und zur weiteren Fortführung bzw. sogar Intensivierung motiviert wurden. Dies betraf auch den Bereich Fahrzeuge und Technik, der während Herrmanns Amtszeit notwendigerweise in nahezu vollem Umfang modernisiert wurde. Dabei hatte er „mit hohem Sachverstand“ stets im Sinne der Feuerwehrdienstleistenden gedacht, aber nie den Weitblick für den Gesamtkontext der Feuerwehr Bayreuth und die Effizienz aus den Augen verloren. War das Wort Digitalisierung in der Feuerwehr Bayreuth vor seiner Zeit scheinbar noch ein Fremdwort, hat er auch hier – mit viel Ausdauer – den Weg in die heutige Zeit bereitet und seinem Nachfolger damit einen gut strukturierte Datenstand überlassen, wie Lauterbach dankend würdigte.

All das musste in bestehende Strukturen implementiert werden, wofür nicht selten um Akzeptanz geworben werden musste. Alle Leute mitzunehmen, das sei eine seiner größten Stärken gewesen, so Lauterbach. Als bestes Beispiel hierfür nannte er das 150-jährige Jubiläum der Feuerwehr Bayreuth auf dem Volksfestplatz, das in seiner Größe und seinemPersonalaufwand bis dato unerreichte Maßstäbe setzte.

Auch über die Grenzen Bayreuths hinaus hat sich Herrmann über die Jahre einen Namen gemacht und u.a. die Luftarbeit der Feuerwehren in Bayern vorangetrieben. Mittlerweile zählt die Bayreuther Flughelfergruppe zu den Taktgebern in Bayern und konnte über die Grenzen des Freistaats hinaus bei Großeinsätzen, wie z.B. in der Sächsischen Schweiz, ihr Können unter Beweis stellen – oft unter Herrmanns Führung. Einer seiner Grundsätze, der sich dabei immer wieder bewährte: „Keine Wissenschaft draus machen – Anpacken!“

Zum Abschluss dankte Lauterbach Herrmann noch einmal für all sein Herzblut, seine Ausdauer und seine Kameradschaft. Er habe die Feuerwehr Bayreuth „in einem hervorragenden Zustand hinterlassen.“ Großen Dank richtete er auch an seine Frau Angela, dass sie ihn all die Zeit unterstützt hatte. Zur Würdigung seiner Leistungen wurde Herrmann abschließend zum Ehrenstadtbrandrat der Feuerwehr Bayreuth ernannt.

Nach all den warmen Worten durfte auch die Hauptperson der Veranstaltung noch ein paar Worte verlieren. Er betonte, dass stets der gemeinsame Weg sein Ziel gewesen war! Dank richtete er deshalb zuerst an seine Kameraden, dass sie seinen Weg mit ihm gegangen seien. Auch der Stadt dankte er für die Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen bei den Beschaffungen. Seinem Nachfolger wünschte er weiterhin gutes Gelingen und sicherte ihm, wo vonnöten, seine Unterstützung zu.

Im Anschluss an einen kleinen Imbiss im Rathaus wurde Herrmann mit einer Drehleiter des Museumsvereins zum Gerätehaus Ost chauffiert, wo eine Überraschungsfeier im Kreise der Kameradinnen und Kameraden stattfand. Hier wurde ihm im Namen aller Abteilungen ein kleines persönliches Präsent überreicht.

Herzlichen Dank für alles, Ralph! <3

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