Am Mittwoch, den 15.07., ging aufgrund eines seit Montag, 13.07., anhaltenden Waldbrands im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern beim Bayerischen Melde- und Lagezentrum eine Anforderung nach Kreisregnern ein.
Auf eine Abfrage hin erklärten sich die Regierungsbezirke Mittel- und Oberfranken bereit, ein Fähigkeitsmodul zu bilden, um die regionalen Feuerwehren zu unterstützen.
Noch am selben Abend der Alarmierung wurden die nötigen Einsatzmittel von verschiedenen Feuerwehrstandorten aus Oberfranken zentral nach Bayreuth transportiert und verladen. Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte aus Mittelfranken in Bayreuth machte sich das bayerische Fähigkeitsmodul, bestehend aus Einsatzkräften der Feuerwehren Ansbach, Baiersdorf, Bayreuth, Cadolzburg, Ezelsdorf, Hersbruck, Höchstadt an der Aisch, Seybothenreuth, Troschenreuth und Steinachtal, am Donnerstagmorgen (16.07.) auf nach Mecklenburg-Vorpommern.
Das von Kreisbrandrat Matthias Rocca (Mittelfranken) mit Unterstützung von Kreisbrandmeister Stephan Macht (Oberfranken) geführte Kontingent umfasste insgesamt 35 Einsatzkräften, deren persönliche Ausrüstung, Schlauchmaterial, sowie 15 Fahrzeuge, darunter Schlauchwagen und Fahrzeuge des Katastrophenschutzes von Bund und Freistaat Bayern. Zudem brachten die Kameraden 200 Kreisregner an die Einsatzstelle, welche zur großflächigen Ausbringung von Wasser bei der Waldbrandbekämpfung vorgehalten werden, Sie können im Rahmen der Nachlöscharbeiten eingesetzt werden, um ein Wiederaufflammen bereits gelöschter Stellen zu verhindern, oder zum Aufbau einer nassen Widerstandslinie und damit zur strategischen Eindämmung des Feuers zum Einsatz kommen.
Besonders bewegend, schon auf der Anfahrt, beschrieben die Bayreuther Kameraden die Fahrt durch die ansässigen Ortschaften: Viele Menschen standen an den Straßen, winkten ihnen zu und Kinder zeigten Herzzeichen – ein Zeichen großer Dankbarkeit und Wertschätzung, das allen in Erinnerung bleiben wird.
Tätig war das Bayerische Fähigkeitsmodul entlang der Bahnlinie bei Kratzeburg (einer ICE-Strecke) in einem von drei Einsatzabschnitten, welcher am Freitag gänzlich an das Modul übergeben wurde. Unter der Führung der bayerischen Einsatzabschnittsleitung befanden sich auch Einheiten mit zwei Hytrans-Systemen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Kräfte des Technischen Hilfswerks sowie das EU-Waldbrandmodul GFFF-V aus Niedersachsen.
Zu den Aufgaben der Kameraden zählten die Planung, der Aufbau und die Inbetriebnahme von Förderstrecken und Kreisregnern mit Wasserentnahme aus offenem Gewässer sowie Versorgungsfahrten (z. B. für Kraftstoff). Zu den Tätigkeiten kam erschwerend hinzu, dass manche Segmente des Geländes aufgrund von Munitionsbelastung nicht betreten werden durften. Arbeitsende war an diesem ersten Tag gegen 23:30 Uhr. Anschließend fuhren die Einsatzkräfte zur Unterkunft an der Landesfeuerwehrschule, die rund eine Stunde vom Schadensplatz entfernt lag und den Einsatzkräften über die gesamte Einsatzdauer Herberge bot.
Der Freitag begann bereits um 6 Uhr mit der Abfahrt zur Einsatzstelle, an der die Bayreuther an den zweiten Sammelplatz verlegt wurden. Dort unterstützten sie erneut die Wasserversorgung, bauten mit den Pumpen weitere Schlauchleitungen auf und halfen bei der Versorgung der Einsatzkräfte.
Auch am Samstag zeigte die Mannschaft ab dem Morgen großen Einsatz. Neben der Wasserversorgung wurden die Kräfte für den direkten Löschangriff eingesetzt. Zwei der Bayreuther Kameraden wurden in Schnittschutzausrüstung tief in den Wald gebracht. Gemeinsam mit weiteren Einsatzkräften entfernten sie dort umgestürzte Bäume, Äste und Stämme, damit die Einsatzfahrzeuge sicher vorankommen konnten. Auch die Brandbekämpfung unmittelbar an der Feuerfront zählte zu ihren Aufgaben. Kontinuierlich flogen Löschhubschrauber über die Einsatzstelle und unterstützten die Arbeiten aus der Luft.
Am Abend ließen die Helfer den langen Arbeitstag beim gemeinsamen Grillen in der Unterkunft ausklingen.
Am Sonntag wurde auf Anfrage einer Einsatzverlängerung der 1:1 Austausch der Einsatzkräfte durchgeführt. Hierfür wurden bereits am späten Samstagabend weitere Kameraden aus unterschiedlichen Wehren von einem Bus der Feuerwehrschule Regensburg eingesammelt. Dieser kam gegen 08:00 Uhr am Müritz-Nationalpark an. Durch die Übergabe trug das bayerische Fähigkeitsmodul weiterhin mit voller Stärke zur Waldbrandbekämpfung bei, während es für die abgelösten Kameradengegen 11:30 Uhr zurück Richtung Heimat ging. Unter herzlichem Empfang trafen sie gegen 18:30 Uhr in der Feuerwache ein.
Die Ablösung führte am Sonntag die Tätigkeiten unverändert fort. Am Montag konnte der Waldbrand, der sich mittlerweile auf eine Fläche von über 400 Hektar ausgebreitet hatte, schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Möglich war dies dank dem großen Eifer aller beteiligten Kräfte sowie einsetzender Niederschläge in der Region.
Aufgrund der Besserung konnten die Geräte am selben Tag zurückgebaut werden, sodass die freiwilligen Helfer am Folgetag samt Fahrzeugen und Gerätschaften die Einsatzstelle verlassen und in die Heimat zurückverlegen konnten. Von Seiten der Feuerwehr Bayreuth waren insgesamt vier ehrenamtliche Helfer der Abteilungen Löschzug Süd, St. Georgen und Altstadt vor Ort.
Im Anschluss an die Heimkehr folgte die Nachbereitung des Einsatzes in Form der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der eingesetzten Fahrzeuge und Gerätschaften. Dies umfasste die Prüfung auf Vollständigkeit und Beschädigungen an Fahrzeugen und eingesetztem Material sowie deren Reinigung. Für den Schlauchwagen-KatS aus Bayreuth übernahmen dies dankenswerterweise die Kameraden der Abteilung Ständige Wache.
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig die überregionale Zusammenarbeit der Feuerwehren ist und dass die Blaulichtfamilie bundesweit zusammenhält. Die Feuerwehr Bayreuth bedankt sich bei allen Kräften für ihren geleisteten Einsatz!
Der Bericht stützt sich überwiegend auf Informationen des Kreisfeuerwehrverbands Bayreuth e.V. sowie auf Informationen eingesetzter Kameraden